Pflegende Angehörige in Dülmen

Seit einigen Jahren hört man immer mehr in den Medien über einen Pflegenotstand und einen massiven Fachkraftmangel.

Fast in jeder Zeitungsausgabe findet man bei den Stellenzeigen Gesuche von Arbeitgebern, die Pflegekräfte und ins Besondere Pflegefachkräfte suchen. Auch in den sozialen Medien wie Facebook, Twitter u.a. findet man immer öfter Anzeigen von Pflegeeinrichtungen, die mit tollen Arbeitsbedingungen und Vergünstigungen um potentielle neue Kollegen werben, selbst die Unikliniken suchen überregional über die Radiowerbung.

Viele klagen über den großen Mangel an Pflegekräften und leider bekommen auch einige zu spüren, sei es die Schwester im Krankenhaus, die alleine für eine ganze Station zuständig ist oder der Pfleger im Seniorenheim, der keine Zeit hat um den zu Pflegenden fürs Spazieren gehen mit den Angehörigen etwas anzuziehen. Aber wie würde es uns erst gehen, wenn die vielen unbenannten Angehörigen, Nachbarn und Freunde nicht wären, die ihre Angehörigen selbst pflegen, oftmals ohne jegliche Unterstützung durch ambulante Pflegedienste. All diese pflegenden Angehörige sind es, die mehr Unterstützung brauchen und dessen Einsatz unbezahlbar ist. Sie stehen rund um die Uhr bereit, versuchen immer das Beste zu geben und denken oft viel zu wenig an sich selbst.

Durch das Pflegestärkungsgesetz das seit 2015 Stufenweise in Kraft getreten ist, gibt es viele Neuerungen die es den Angehörigen erleichtern soll, die Pflege zu Hause zu gewährleisten. Seien es Entlastungsleistungen, Ansprüche an Pflegehilfsmitteln oder die Möglichkeit eine Tages-/Nachtpflegeeinrichtung zu nutzen, ohne Abzüge beim Pflegegeld zu befürchten, aber viele wissen einfach nicht, welche Hilfen und Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Wichtig ist, das wir als Fachkräfte im Gesundheitswesen, egal ob im Krankenhaus, bei den Krankenkassen oder auch bei den ambulanten Pflegediensten die Augen offenhalten und nicht immer nur warten, bis man auf uns zu kommt, sondern auch von alleine die Angehörigen anspricht und ihnen Hilfe und vor allem eine ausführliche Beratung anbietet. Leider hört man oft davon, dass Angehörige unzureichend oder gar schlecht beraten wurden.

Jeder, der eine Pflegestufe (seit 2017 Pflegegrad) hat, muss alle 3 bis 6 Monate einen Beratungsbesuch durch einen ambulanten Pflegedienst nachweisen. Das dient nicht nur der Kontrolle des Pflegezustandes des Pflegebedürftigen, sondern auch zur Unterstützung und Beratung. Die Pflegedienste sind angehalten auch zu prüfen, ob die pflegenden Angehörige noch Hilfsmittel zur Unterstützung benötigen oder sogar ein Umbau von Nöten ist um den Alltag zu vereinfachen.

Um den Austausch untereinander anzuregen und um beratend tätig zu sein, bieten wir kostenlos, jeden ersten Dienstag im Monat ab 18.00 Uhr eine offene Gesprächsrunde für pflegende Angehörige an.